Beobachter

engl: observer

Personen, die geplant und systematisch Vorgänge und insbesondere das Verhalten von Personen registrieren.

Im Rahmen der Eignungsdiagnostik wird vor allem das Verhalten von Kandidaten in herbeigeführten Situationen beobachtet, die Aufgaben und Anforderungen aus dem konkreten Arbeitsalltag auf einer Zielposition simulieren. Dies geschieht mit Arbeitsproben, Assessments, Development-Centern, Potenzialanalysen und vergleichbaren Verfahren. Die Beobachtungen werden anhand eines strukturierten Beobachtungsbogens dokumentiert. Anschließend werden die Beobachtungen mit anderen Beobachtern diskutiert und bewertet, um letztendlich eine Aussage zur Eignung des Kandidaten zu machen.

Dabei sind Beobachtungs- und Beurteilungsfehler zu vermeiden. Das Verhalten eines Kandidaten sollte immer möglichst von mehreren Beobachtern beobachtet werden, da 4, 6 oder 8 Augen immer mehr sehen als 2. In Assessments wird das Verhalten der Kandidaten typischer Weise von Beobachterteams beobachtet, die aus der zukünftigen Führungskraft, einem Vertreter aus dem Personalbereich und einem Berater bestehen. Bei Assessments und Potenzialanalysen mit bestehenden Mitarbeitern setzt man statt den direkten Vorgesetzten besser einen Kollegen von ihm ein.
Im Assessment bilden die Beobachter zunächst die Vereinigungsmenge ihrer Beobachtungen und kommen dann zu einer gemeinsamen Bewertung des Kandidatenverhaltens.

Literatur:

Greve, W. & Wentura, D. (1997). Wissenschaftliche Beobachtung. Weinheim: Beltz-PVU.

Mees, U. & Selg, H. (Hrsg.). (1977). Verhaltensbeobachtung und Verhaltensmodifikation. Stuttgart: Klett.


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