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Schlüsselkompetenzen,
Schlüsselqualifikationen

engl: key competencies


Je nach Perspektive und Verwendung des Begriffes liegt der Fokus der Definition auf unterschiedlichen Aspekten. Entscheiden Sie selbst, welche Definition für Ihren Zweck die nützlichste ist.

1. Kompetenzen, die als Schlüssel zur Erschließung von Fachkompetenzen dienen können

In diesem Sinne ermöglichen Schlüsselqualifikationen den Erwerb, die Adaptation, den kompetenten Umgang sowie den flexiblen und innovatorischen Transfer von Fachwissen und Fachkompetenzen. Ihre Bedeutung ist u.a. deshalb sehr hoch, weil Fachwissen veraltet und ganze Berufsbilder sich schnell ändern. Schlüsselqualifikationen sind eine wichtige Ergänzung zur Fachkompetenz. Sie sollen und können diese nicht ersetzen.

2. Kompetenzen, die als Schlüssel zur Erschließung anderer Kompetenzen dienen können

In diesem Sinne definierte die Bildungskommission NRW (1995) Schlüsselqualifikationen als
" erwerbbare allgemeine Fähigkeiten, Einstellungen und Strategien, die bei der Lösung von Problemen und beim Erwerb neuer Kompetenzen in möglichst vielen Inhaltsbereichen von Nutzen sind."
Bildungskommission NRW. (1995). Zukunft der Bildung - Schule der Zukunft. Neuwied: Luchterhand.

3. Überfachliche Kompetenzen, die zum erfolgreichen beruflichen Handeln befähigen sollen

Aus der Sicht des Mitarbeiters sind dies Kompetenzen, die

  • seine Beschäftigungsfähigkeit ( Employability) sichern
  • Vorraussetzung für das Erreichen seiner beruflichen Ziele sind oder ihm dabei helfen, seine Ziele zu erreichen
  • Aufstieg und Karriere ermöglichen.

Eilles-Matthiessen et al. (2002) verstehen unter Schlüsselqualifikationen Merkmale, die zur Bewältigung von gegenwärtigen oder zukünftigen beruflichen Anforderungen bedeutsam sind.

4. Kompetenzen, zur Erschließung der strategischen Unternehmensziele

Aus Sicht des Unternehmens sind dies Fähigkeiten, Fertigkeiten und andere Kompetenzen, die für das Erreichen der strategischen Unternehmensziele erfolgsentscheidend sind. Sie werden benötigt, um den Leistungsanforderungen gerecht zu werden und die Aufgaben erfolgreich zu erledigen, die für einen Positionsinhaber aus den strategischen Zielen des Unternehmens abgeleitet wurden.


Der Befriff Schlüsselqualifikation wird meist im Sinne von Schlüsselkompetenz gebraucht. Treffender als der Begriff Qualifikation ist eigentlich der Begriff Kompetenz, da eine Qualifikation etwas objektiv feststellbares, im Sinne einer nachgewiesenen Befähigung ist. Z.B. belegt ein Diplom, dass eine Person zum Zeitpunkt der Diplomprüfung über bestimmte Kompetenzen verfügte. Eine Kompetenz ist hingegen eine aktuell vorhandene Eigenschaft einer Person, unabhängig davon, ob sie schon dokumentiert wurde oder nicht.


Beispiele für Schlüsselkompetenzen:

  • Soziale Kompetenzen
    • Kommunikationsfähigkeit
    • Einfühlungsvermögen/Empathie
    • Konfliktfähigkeit
    • überzeugungsfähigkeit, Motivierung
  • Methodenkompetenzen
    • Recherchekompetenz, Beschaffung von Informationen und Wissen
    • IT-Kompetenz
    • Medienkompetenz
    • Rhetorik
    • Projektmanagement
    • Delegationsfähigkeit
  • Analytische und strategische Kompetenzen
    • Fähigkeit, Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten zu erkennen
    • Fähigkeit, zu abstrahieren / übergeordnete Themen zu erkennen
    • Kreativität
    • Fähigkeit, zu priorisieren
    • Fähigkeit, realisierbare Strategien und Taktiken zu entwickeln
  • Selbstmanagement-Kompetenzen
    • Fähigkeit zur Selbstmotivation, eigenständig Ziele zu setzen
    • Fähigkeit, mit Belohnungsaufschub und Frustration umzugehen
    • Ausdauer, Belastbarkeit
    • Arbeitsorganisation, Zeitmanagement
    • Anpassungsfähigkeit
    • Selbständigkeit, Unabhängigkeit von Anderen

siehe auch:
Kompetenz
Anforderungsprofil


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Literatur:
Eilles-Matthiessen et al. (2002). Schlüsselqualifikationen in Personalauswahl und Personalentwicklung. Ein Arbeitsbuch für die Praxis. Bern: Verlag Hans Huber.
Mertens, D. (1974). Schlüsselqualifikationen. Mitteilungenaus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.
Sattelberger, Th. (1991). Sieben Thesen zur Personalentwicklung als strategisches Erfolgspotential. In: Sattelberger, Th. (Hrsg.) (1991). Innovative Personalentwicklung. Grundlagen, Konzepte, Erfahrungen. Wiesbaden: Gabler. (23-37).
Schmidt, A.M. (1999). Sicherung betrieblicher Zukunftsfähigkeit durch angemessene Management- und Personalentwicklung. Theoretische und praktische Hilfestellung für zukunftsgerichtete Investition in das betriebliche Humankapital. München, Mering: Rainer Hampp Verlag.
Woschnack, U. & Frischknecht, P.M. (2002). Schlüsselqualifikationen: Vom Arbeitsmarkt verlangt! Von der Hochschule gelehrt?. Universität Zürich. als pdf.


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