Verhaltensanker
engl: behavior anchor
Verhaltensanker sind Indikatoren für die Ausprägung eines nicht direkt messbaren Anforderungskriteriums oder Konstruktes. Sie werden auf Beobachtungsbögen zusammengestellt und dienen dazu, direkt beobachtbares Verhalten zu dokumentieren und in Bezug zu einem Anforderungskriterium zu bewerten. Zeigt ein Kandidat das mit dem Verhaltensanker definierte Verhalten, wird dies im Sinne einer hohen Ausprägung des Anforderungskriteriums interpretiert.
Beispiel Verhaltensanker zur Konfliktfähigkeit:
Der Kandidat spricht alle drei vorgegebenen Kritikpunkte offen an
Spricht beispielsweise in einer Rollensimulation Mitarbeitergespräch ein Kandidat als Führungskraft alle drei vorgegebene Kritikpunkte gegenüber dem Mitarbeiter an, spricht dies für eine hohe Konfliktfähigkeit.
Beispiele für Verhaltensanker zur Kundenorientierung:
- geht auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden ein
- macht proaktiv Vorschläge
- bleibt auch bei fordernden Kunden freundlich
In Assessments wird jedes Kriterium gewöhnlich mit vier bis sechs Verhaltensankern pro Übung operationalisiert. Die Verhaltensanker sollten wichtige Facetten des Anforderungskriteriums darstellen und es insgesamt gut repräsentieren. Bei der Konstruktion von Assessments kommt es darauf an, für jeden Verhaltensanker ausreichend Kompetenzevokatoren in die Übungen einzubauen (z.B. Hilfssignale um Hilfsbereitschaft zu provozieren).
In Leistungsbeurteilungssystemen können auch Verhaltensanker verwendet werden, die nur mittel- oder langfristig beobachtbar sind.
Beispiele für Verhaltensanker zum Kriterium Mitarbeiterentwicklung
z. B. für Leistungsbeurteilungssysteme:


